Pflanzenschutzinfo 10-2011

Die Witterung der letzten Wochen war warm, jedoch schon herbstlich ausgeprägt. Nach den immensen Niederschlägen im Juli, waren der August und die erste Septemberhälfte etwas trockener. Bedingt durch Sonne und Wind sind besonders leichte Böden gut abgetrocknet, so dass eine standortabhängige Überprüfung der Bodenfeuchtigkeit angeraten ist.  

Gelbe, braune und schlaffe Blätter sind an vielen Gehölzen im gesamten Stadtgebiet sichtbar und fallen vorzeitig ab. Nicht überall ist der beginnende Herbst die Ursache, sondern Krankheitserreger (Mehltau, Rost, Blattfleckenpilze), Wasser- und Nährstoffmangel. Bei einigen Baumarten, wie Ahorn-Arten, Buchen und Eichen, mischt sich jedoch schon ein leichter Herbstschimmer in die Laubfarbe.

„Herbstlaub“ an Kastanien
Kastanien auf Standorten bei denen eine Laubentfernung nicht möglich ist, haben schon ein herbstliches Aussehen. Ursache ist hier vorrangig der Befall durch die Kastanienminiermotte, deren dritte Generation ihren Flughöhepunkt gerade überschritten hat. Mit der Entfernung des befallenen Laubes wird der Erstbefall im Frühjahr sehr stark reduziert und mindert somit die Vitalitätsverluste des Baumes.

Phänologische Auffälligkeiten:
Auch in diesem Jahr konnte eine zweite Blüte (sog. Nachblüher) bei einigen Gehölzen beobachtet werden. So weisen einige Rhododendron-Arten, Magnolien, Virburnum und Forsythien eine zweite Blüte auf. Die Witterung (trockener Frühsommer, gefolgt von nassen Sommerperioden) gilt als Auslöser.

Starkes Fruchten einiger Gehölze:
Je nach Standort kann bei Birken, Buchen, Kornelkirschen und Hainbuchen ein starker Fruchtansatz festgestellt werden.  

Eichenzwerglaus: An jungen Eichen fallen zunehmend gelbbraune deformierte Blätter auf. Hier waren Eichenzwergläuse am Werk. Das Besaugen der Eichenblätter durch die Läuse führt zur Braunfärbung und zum vorzeitigen Blattfall. Ältere Bäume verkraften diesen Befall ohne Probleme. Jüngere, neugepflanzte Bäume werden durch das Besaugen geschwächt. Es entstehen deutliche Zuwachsverluste und die Eichen vergreisen vorzeitig. Bekämpfungsmaßnahmen sollten vorwiegend im Spätwinter erfolgen

Welkeerscheinungen bei Eschenahorn:
An zahlreichen Standorten im Stadtgebiet sind viele Eschenahorne auffällig, deren Laub bereits deutlich braun gefärbt erscheint. Bei genauerer Betrachtung der Blätter fällt auf, dass diese Braunfärbung meist von den Blattspitzen her beginnt. Im weiteren Verlauf rollen sich die Blätter leicht ein und es kommt zu einem vorzeitigen Laubfall, der bereits im Juli/August zu einem deutlich schwach belaubten Kronenbild führt.

Ursache hierfür ist oftmals der Pilz Septoria spp. dessen schwarze, kleine Fruchtkörper mit einer Lupe auf dem aufgehellten Blattwerk sichtbar sind. Wie viele Blattfleckenpilze konnte offensichtlich auch Septoria spp. von den feuchten Witterungsbedingungen der letzten Monate profitieren können. In der Regel können die Bäume einen einmaligen Befall gut verkraften, sodass ihre Vitalität nur leicht beeinträchtigt ist.

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